Denn nur durch eine schonungslose und ehrliche Analyse wird man eine Chance haben, bei entsprechendem Handeln, tatsächlich wieder Fahrpersonal dauerhaft integrieren zu können.
Durch die Zustände „vertreibt“ sich die Branche selbst seit Jahren das Fahrpersonal!
Der absolut größte Teil der Unternehmen bildet nicht aus, qualifiziert keine Quereinsteiger und Berufsanfänger (größtes und realistisches Potenzial), bildet sein Personal nicht weiter. Wer kein Geld zum Aus- und Weiterbilden, sowie zum Qualifizieren seines Personals hat, hat auch kein Geld haben dieses zeit- und arbeitsmarktgerecht zu entlohnen, sowie entspreche sonstige zeitgerechte Rahmenbedingungen zu stellen. Die Bezahlung des Fahrpersonals ist weiterhin fast ausnahmslos weder zeit- noch arbeitsmarktgerecht. – warum soll jemand für einen extrem geringen Stundenlohn als Berufskraftfahrer/In arbeiten, wenn in den meisten anderen gewerblichen Bereichen in etwa der doppelte Stundenlohn bezahlt wird!? (ein Berufskraftfahrer/In hat im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit in der Regel nur mit Menschen zu tun, die je Stunde signifikant mehr verdienen, und meist auch sonst signifikant bessere sonstige Leistungen/Bedingungen vorfinden) Die Branche lässt es seit Jahren zu, dass das Fahrpersonal an vielen Be- und Entladestellen völlig unterirdisch behandelt wird. – keine ausreichenden Kapazitäten zum Abfertigen der Lkw in jeglicher Hinsicht, nicht vorhandene oder oftmals katastrophale Zustände der sanitären Anlagen, ein völlig unangebrachter Umgangston, keinerlei sonstige Infrastruktur für Fahrpersonal vor Ort für dessen Aufenthalt, usw. Leider ist dies in der Transport-, Speditions- und Logistikbranche ebenso! – für den größten Teil des Fahrpersonals gehört das Be- und Entladen bei Transport-, Speditions- und Logistikbetrieben zu den unbeliebtesten Abfertigungszieladressen.
Die Branche akzeptiert oftmals sogar mit Zeitfenster / termingerechter Ankunft stundenlange Wartezeiten an Be- und Entladestellen, und dies auch noch unbezahlt. – wer für Wartezeiten nichts verlangt, wird auch sein Fahrpersonal für Wartezeiten nicht bezahlen können und/oder wollen. Außerdem werden somit planbare Rückkehrzeiten für das Fahrpersonal umso schwieriger, was zu einem erheblichen Anteil zum Fahrpersonalmangel beiträgt.
Die Branche muss sich mal die tatsächlich entlohnungspflichtige eingebrachte Zeit des Fahrpersonals vergegenwärtigen. Oftmals wird das Fahrpersonal mit einem Gehalt abgespeist, und „Flatrate-Arbeiten“ ist dann die Regel. Das Führen eines Arbeitszeitkontos ist fast ausnahmslos unbekannt für Fahrpersonal, oder eine entsprechende finanzielle Abgeltung der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden ist meist auch nicht gegeben. Der größte Teil des Fahrpersonals muss immer noch die Parkgebühren selbst bezahlen. – niemand aus dem gleichen Unternehmen, in dem die Bezahlung der Parkgebühren durch das Fahrpersonal weiterhin „traditionelle“ Praxis ist, würde auf die Idee kommen, einem Mitarbeiter/In aus der Verwaltung die Parkgebühren im Zusammenhang mit der Berufsausübung (Kunden-, Behörden, Messebesuch, Weiterbildungs-, Tagungsteilnahme, etc.) nicht zu erstatten. Mit der billigen Ausrede, „der Fahrer bekommt einen Essensgutschein dafür“, zeigt sich einmal mehr, die völlige Ahnungslosigkeit vieler verantwortlicher Personen. Nur selten gibt es einen 1:1 Gutschein in voller Höhe, und außerdem sollte nicht ein Essensgutschein für das Parken entscheidend sein, wo das Fahrpersonal essen „soll“. Die Kosten für das Parken der Lkw sollten in voller Höhe erstattet werden und das sollte selbstredend sein. Die Fahrzeug- und Arbeitsplatzausstattung ist weiterhin oftmals nicht zeit- und situationsgerecht. – warum sollte man sich einen Arbeitsplatz antun, an dem auch noch in vielerlei Hinsicht soviel wie nur bei wenigen anderen Arbeitsplätzen abgefordert wird, wenn nicht mal dessen Ausstattung zeit- und situationsgerecht ist!? Keine wirkliche Achtung und keine tatsächliche Wertschätzung gegenüber dem Fahrpersonal lässt sich auch daran erkennen, wie selbstverständlich das Bereitstellen eines „Raucherautos“ ist. – nur wenige verantwortliche Personen würden freiwillig ein Raucherzimmer im Hotel akzeptieren……… Aber beim Fahrpersonal denkt man daran meist nicht einmal! Die Branche lässt es seit Jahrzehnten zu, dass das Fahrpersonal vor Ort bei einem Lademitteltausch oftmals der „Prellbock“ ist. – es werden Lademittel mit guter Qualität geliefert, und „Schrott“ beim Tausch angeboten. Zuerst gibt es vor Ort beim Tausch „Diskussionen“, anschließend mit dem Arbeitgeber („warum hast du solche Schrottpaletten!?“). Warum soll sich dies jemand auf Dauer antun!?……….
Eine tatsächlich ehrliche Wertschätzung und Anerkennung gegenüber dem Fahrpersonal gibt es bei den Arbeitgebern des Fahrpersonals weiterhin nur sehr selten. Betreffend Umgang, Entlohnung, Einsatzzeiten, Equipment in jeglicher Hinsicht zur Ausübung der beruflichen Tätigkeit, Infrastruktur für Fahrpersonal vor Ort, Ausbildung und Qualifizierung, uvm. – man ist einfach nur Lichtjahre von allen anderen Branchen entfernt. Dieser Unterschied wird auch deutlich in vielen Unternehmen selbst. – wie geht man mit dem Büro-, Lager, Werkstatt- und Servicepersonal um, und welche Bedingungen in jeglicher Hinsicht stellt man diesem Personal, und was spiegelt sich davon beim Fahrpersonal wider!?
Die Branche inklusive der Branchenverbände beschäftigen sich fast ausnahmslos mit den Symptomen (Fahrpersonalmangel), aber nicht wirklich mit den Ursachen. So wie der größte Teil der Branche mit seinem Fahrpersonal umgeht, ist es nur normal und richtig, dass sie kein Personal mehr finden. – der Mangel an Fachpersonal, insbesondere an Fahrpersonal, ist die letzte Chance für die Branche bei den Bedingungen wieder „in die Spur zu kommen“. Man wird auch wieder „in die Spur kommen“, weil ansonsten die Versorgung wirklich ins Stocken geraten wird. – ohne Fahrpersonal geht es einfach nicht! Der Markt wird sich auch hier von selbst regeln, wenn auch noch einige Zeit weiterhin auf dem Rücken des Fahrpersonals.
Diese und noch viele weitere Punkte kann die Branche bzw. ein Unternehmen selbst lösen, wenn dies gewollt ist. Viele andere Punkte, was die Gesamtsituation für das Fahrpersonals schwierig macht, wie z.B. die immer schlechter werdende Straßeninfrastruktur, auf vielen Strecken ein absoluter Notstand an Parkplatzkapazitäten, nicht vorhandene und/oder völlig unzureichende Ausstattung auf Parkplätzen, ein nicht mehr zu durchblickendes Wirrwarr an gesetzlichen Vorschriften in Europa, welche oftmals völliger Nonsens sind, aber das Fahrpersonal bei der Berufsausübung direkt betreffen, ein gesellschaftlicher Wandel, usw., kann nicht von der Branche bzw. einem Unternehmen alleine geändert werden. Da bedarf es oftmals politischer und behördlicher zwingend erforderlicher, jedoch längst überfälliger Anstrengungen.
Die „Träumer“, die mit Boardinghäuser, Niederlassungen in Osteuropa, Anwerbung von osteuropäischem und asiatischem Fahrpersonal die Lösung sehen, werden wenn überhaupt nur kurzfristig etwas erreichen, und die schon lange Zeit erforderliche Wende bei den Bedingungen nur etwas hinauszögern. – mit solchen „Aktionen“ trägt man aktiv zur Beibehaltung der desolaten Zustände und zum Sozialdumping beim Fahrpersonal bei! Wer sein Fahrpersonal zeit- und arbeitsmarktgerecht bezahlt, der kann auch Fahrpersonal beschäftigen, das vor Ort tatsächlich wohnen kann.
Es braucht auch keine Erleichterungen zur Beschäftigung von Fahrpersonal aus Drittstaaten. – es würden nur weitere Menschen die eine wirklich harte und fordernde berufliche Tätigkeit verrichten, fast ausnahmslos „ausgesaugt“ und zu desolatesten Bedingungen beschäftigt werden.
Damit die Branche bei den Bedingungen für das Fahrpersonal in jeglicher Hinsicht wirklich was ändern kann, muss den Verantwortlichen klar sein, dass dies nur mit signifikant höheren Transportpreisen, sowie Preise für Zusatzleistungen möglich ist. Deshalb muss das Erhöhen der Preise auf ein wirklich angemessenes Niveau eine der Hauptaufgaben in den kommenden Jahren sein.
Mittelfristig werden insbesondere aufgrund des Fahrpersonalmangels viele Unternehmen wirtschaftlich scheitern, dies wird jedoch insgesamt für den Markt und die erforderliche Entwicklung positiv sein.
Wer kennt die erforderlichen Veränderungen wirklich!? Die Unternehmen hätten die „besten Berater“ selbst im Haus. – redet mal mit eurem Fahrpersonal, und nicht nur über euer Fahrpersonal, UND übt die Tätigkeit von eurem Fahrpersonal mal unter ehrlichen und realistischen Bedingungen selbst für zwei oder drei Wochen am Stück aus.
Wer dann immer noch der Wahrnehmung ist, dass eigentlich eh alles „ganz okay“ ist, sollte sich wirklich Hilfe holen. – diese Hilfe wird dann meist jedoch nicht nur bei der Problematik Fahrpersonalmangel erforderlich sein.
Wie ich finde ein sehr schöner Artikel. Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, sind das seit Jahren bekannte Dinge und wenige tun was dagegen. Wenn ich meine Ü50-Fahrer-Generation nicht mehr hätte, könnte ich morgen zusperren. Bei euch wird das nicht anders sein, oder? Ich, bzw. alle müssen umdenken, und zwar am besten gleich heute.
Früher war alles gut, heute ist alles besser. Es wäre besser, wenn wieder alles gut wär. -Heinz Erhardt-
Damit die Branche bei den Bedingungen für das Fahrpersonal in jeglicher Hinsicht wirklich was ändern kann, muss den Verantwortlichen klar sein, dass dies nur mit signifikant höheren Transportpreisen, sowie Preise für Zusatzleistungen möglich ist. Deshalb muss das Erhöhen der Preise auf ein wirklich angemessenes Niveau eine der Hauptaufgaben in den kommenden Jahren sein.
Ich habe es auch schon intern geschrieben, wo wir schon länger solche Diskussionen führen:
Abkehr vom JIT-Modell hin zu mehr Lagerbevorratung -> Kapitalbindung der Unternehmen wird höher. Evtl. Verringerung der Verkehrsströme. Regionalere Produktion - Abhängigkeit von Asien signifikant zu hoch - auch durch die Probleme mit der Seeschiffahrt.
Die Transportpreise müssen in D kurzfristig bis zu 50% dauerhaft nach oben. Intensivere Kontrolle von Kabotage durch das BAG. Die Transportpreise müssen um mind. 75-100% dauerhaft nach oben, wenn flächendeckend alternative neue Antriebe eingesetzt werden (müssen). Geht nur über die (Wieder)Einführung von Tarifregelungen in D und Kabotageverbot.
Brutto-Stundenlöhne müssen auf mind. € 25-30 steigen - ansonsten findet man zuwenig Berufseinsteiger mit langfristiger Perspektive. Abkehr vom Pauschallohn. Niedriglöhner werden künftig den Weg in die Sozialsysteme wählen. Neue Arbeitszeit- und Beschäftigungsmodelle müssen her. Die Jugend akzeptiert nur Work-Life-Balance. Sozialsysteme müssen deutlich härter vor allem bei jüngeren gesunden Menschen agieren. Das Milch- und Honig-Versprechen muss vorbei sein und als Signal vor allem nach außen auf Migration einwirken.
Nur wenn diese Vorschläge und andere umgesetzt werden, hat man als TU vielleicht noch Chancen, die BKF zu bekommen, die man als Unternehmer auch will.
Zitat von Kipper-Spedition im Beitrag #1[Wie ich finde ein sehr schöner Artikel. Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, sind das seit Jahren bekannte Dinge und wenige tun was dagegen. Wenn ich meine Ü50-Fahrer-Generation nicht mehr hätte, könnte ich morgen zusperren. Bei euch wird das nicht anders sein, oder? Ich, bzw. alle müssen umdenken, und zwar am besten gleich heute.
Uto, das ganze wird anders am Markt gelöst: Wirtschaftlich gut dastehende TU werden bei schlecht wirtschafteten oder schlecht organisierten Firmen die Mitarbeiter abwerben oder diese kommen von allein. Erst wenn die Firmen vom Markt weg sind, kann man die Preise anheben. Wenn man jetzt die Preise anhebt, springt der Dumper wieder dazwischen. Meine Vermutung bzw. Prognose...
Früher war alles gut, heute ist alles besser. Es wäre besser, wenn wieder alles gut wär. -Heinz Erhardt-
Also bei uns ist ein klarer Vorteil der Linienverkehr bzw. Schichtbetrieb. Am Donnerstag bekommen die Kolleg*innen ihren Plan für die kommende Woche. Es sind feste Touren/ feste Kunden/ feste Zeiten. Es wird eingeplant, wenn man einen Termin hat, bzw. teilweise sogar nach den Schichtplänen der/ des Partner*in geplant. Die Fahrer*innen sind täglich zuhause und haben so ein i.d.R. intaktes Familienleben. Die 6 Jungs, die die Woche unterwegs sind, wollen das genau so haben. Aber auch die sind immer am WE zuhause.
Das bringt uns oft in den Bewerbungsgesprächen einen Vorteil, so dass wir auch immer wieder Anfragen/ Bewerbungen haben. Dazu auch ausbilden. Es nervt oft, aber nur so kommen wir weiter und können uns in Zukunft behaupten.
Wir könnten noch mehr Umsatz machen, also der Kunde möchte gern mit uns an einigen Stellen expandieren, was ich aber ablehne. Ich möchte nicht wachsen. Das wird schnell zu unübersichtlich. Ich will jeden persönlich kennen und bin auch oft direkter Ansprechpartner bei Problemen. (Manchmal auch sogar, wenn es zuhause Probleme gibt....) Und man muss halt ganz vernünftig und respektvoll mit den Leuten umgehen, das haben auch bei uns in der Branche viele Arbeitgeber verlernt!
Aber ja, bessere Entlohnung und vorallem auch mehr Respekt aus der Gesellschaft und an der Rampe wäre einiges wert.
Andererseits haben wir es auch oft selbst in der Hand... Verbandsarbeit und Gespräche mit Behörden, der Politik und Menschen. Viele haben keine Ahnung, wie das Amazon-Paket nach Hause kommt. Die haben das wirklich nie hinterfragt.... Wir gehen in Schulen auf Berufsorientierungsmessen usw.
Wir haben uns so bei uns in Westmecklenburg einen ganz guten Ruf aufgebaut (meine ich und wird mir so gespiegelt).
Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus...
Ich hab im Mai kurzfristig einen neuen Nahverkehrsfahrer gesucht. Über die Agentur für Arbeit kamen 18 Kandidaten die sich bewerben sollten. 8 Bewerbungen hab ich bekommen, keinen hab ich davon eingestellt. Ich hab dann einen eingestellt, der sich per Eigeninitiative beworben hat. Dazu mehr mal im internen Bereich. Eigentlich unvorstellbar, das wir in einer Zeit, wo jede Arbeitskraft gebraucht wird, fast 3 Millionen Arbeitslose haben. Wir bräuchten nicht über Zuwanderung reden, sondern nur das vorhandene Personal zum arbeiten bringen. Aber gewisse Kreise wollen ja das bedingungslose Grundeinkommen einführen...
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Ein echtes Trauerspiel, glaube auch nicht mehr daran das sich die Lage ändert, denn seien wir doch mal ehrlich, leichter wird unser Job nicht. Schon nur wenn ich die politische Lage sehe, speziell Klimaschutz usw. wie gesagt es wird nichts geben was einen Verbrennungsmotor 1:1 ersetzt! Nur mit riesigen Hindernissen und Problemen!
Fahrer so wie ich die aus Leidenschaft fahren und den Job lieben und sich nichts anderes vorstellen können zu machen, sind Dinosaurier!
Manchmal habe ich Angst selbst meinen Schwiegersohn zu fragen ob er "das oder das" noch machen kann, haben alle einen durchgetackteten Tag, da ist kein Platz für Änderungen im Plan! Also frage ich garnicht erst und mache es selber🙄
Zitat von hurgler0815 im Beitrag #2...Abkehr vom Pauschallohn...
Schönes Thema: Es gibt Kraftfahrer, die mitdenken, die schnell sind und immer im Sinne des Unternehmens handeln. Es gibt Fahrer, die fleißig sind, aber Gott hat sie mit Intelligenz nicht so gesegnet. Leider können die nicht die Leistung vom ersten Fahrer bringen. Es gibt Chauffeure, die auf den ersten Blick gut sind, aber aus welchen Gründen auch immer frustriert und demotiviert sind. Diese wollen nicht die Leistung vom ersten Fahrer erbringen.
Jetzt gebe allen Stundenlohn. Was passiert?
Früher war alles gut, heute ist alles besser. Es wäre besser, wenn wieder alles gut wär. -Heinz Erhardt-
In der Spedition wo ich von 1987-1990 Fahrer war hatte ich als Fernfahrer nen Stundenlohn! Das ist als Fernfahrer ungewöhnlich! Heisst einen Grundlohn + die Mehrstunden+ Spesen! Da ich Alleinfahrer war habe ich schon 1987/88 über 6000DM + 44DM/Tag Spesen verdient! Aber hast auch richtig gerädert, Pausen nur was unbedingt muss! Auch Zuhause und am Wochenende, grade was muss, dann wieder los! Sowas kannst du heute garnicht mehr machen, bzw. das würde heute kein Fahrer mehr mitmachen!
Zitat von hurgler0815 im Beitrag #2...Abkehr vom Pauschallohn...
Schönes Thema: Es gibt Kraftfahrer, die mitdenken, die schnell sind und immer im Sinne des Unternehmens handeln. Es gibt Fahrer, die fleißig sind, aber Gott hat sie mit Intelligenz nicht so gesegnet. Leider können die nicht die Leistung vom ersten Fahrer bringen. Es gibt Chauffeure, die auf den ersten Blick gut sind, aber aus welchen Gründen auch immer frustriert und demotiviert sind. Diese wollen nicht die Leistung vom ersten Fahrer erbringen.
Jetzt gebe allen Stundenlohn. Was passiert?
1 - Kraftfahrer Bei einer vernünftigen Disposition und ohne unvorhersehbare Pannen im Ablauf sind die Kraftfahrer mit ihrer Leistung (Arbeit/Zeit) am ehensten durch. a) Im Nahverkehr schnellstmöglich wieder zuhause b) Im Fernverkehr das Potential das WE frühestmöglich zu erreichen. Hier ist die konstruktive Mitarbeit der Dispo wichtig! -> persönlicher Vorteil
Ansonsten: Die Fahrer und die Chauffeure arbeiten sich an die Fahrer und Chauffeure heran. Aus o.g. Gründen. Oder eben nicht. [cl
Es ist dem Untertanen untersagt, den Maßstab seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen. Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister und Staatsminister
Denk ich an Deutschland in der Nacht, Dann bin ich um den Schlaf gebracht Heinrich Heine; 1844 Zyklus Zeitgedichte
We are all in the gutter, but some of us are looking at the stars. Oscar Fingal O'Flahertie Wills Wilde
Dieser Moment wenn Sonntags beim Frühstück ein Fahrer anruft.... "Mir ist grade ein Schrank auf den Fuß gefallen, sieht aus wie Mittelfuß gebrochen" Ist ja nicht schlimm, hab dann jetzt 2 Krank und 1 Fahrer im Urlaub von 6 Fahren
Bald kommt wieder die „beim-Hecke-schneiden-von-der-Leiter-gefallen“ Zeit… 🙄
Am besten ist immer, wenn die Kolleg*innen schon vor dem Arzt die Diagnose stellen. Kennen wir hier auch zur Genüge. Anrufzeiten bei uns meist Samstag gegen 14 Uhr und Montag Vormittag (wenn es abends losgehen soll)….
Löhne der Fahrer müssen um bis zu 30 Prozent steigen – appelliert ein Spediteur Der Beruf eines LKW-Fahrers wird immer noch unterschätzt, nicht nur von der Bevölkerung aber auch in der Politik. Die Logistik ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Industrie und Handel. Denn den Fahrern ist es zu verdanken, dass die Regale in den Märkten gefüllt sind, dass Krankenhäuser und Fabriken entsprechend beliefert werden und funktionieren. Man könnte lange fortfahren und eine Vielzahl an Wirtschaftszweigen auflisten, wo LKW-Fahrer dringend nötig sind.
Desto mehr haben die Corona-Zeit und Brexit kürzlich gezeigt, wie wichtig diese Berufsgruppe für die Wirtschaft ist. Trotzdem sind die Gehälter der Fahrer und das Interesse an diesem Beruf nicht gestiegen.
Echter Knochenjob Jens-Ole Larsen, Direktor des dänischen Unternehmens Slagelse Transportcenter, äußerte sich auf dem Verkehrsportal lastbilmagasinet.dk, dass es eine Notwendigkeit sei, die Löhne der Fahrer zu erhöhen.
Vielleicht ist es seltsam, einen Arbeitgeber sagen zu hören, dass die Löhne steigen sollten. Doch das müssen sie. Vorerst aber müssen die Frachtpreise steigen, fügt Larsen hinzu.
In wie vielen anderen Berufen trägt man eine derartige Verantwortung, wie die der transportierten Frachten? Darüber hinaus vertreten die Trucker sowohl das Unternehmen, bei dem Sie angestellt sind, als auch die Kunden, für die Sie fahren. Auch wenn Sie nicht direkt für den Speditionskunden fahren, vertreten Sie einen möglichen Spediteur oder einen anderen Geschäftspartner, so Larsen.
Darüber hinaus müssen die Fahrer regelmäßig geschult werden und sich mit den ständig ändernden Vorschriften vertraut machen.
Und dafür bekommt man einen Stundensatz, der niedriger ist als bei der Müllabfuhr. Und in welchen anderen Branchen kann man Waren im Wert von 1 Million Kronen mit Personal bestellen, für die der Arbeitgeber dann 150-200 Kronen (ca. 20-27 Euro) pro Stunde ausgeben, für Kraftstoff, Wartung usw. aufkommen und dann 450 Kronen (ca. 60 Euro) pro Stunde dafür bezahlen muss? Das gibt es nirgendwo!” – klagt der Spediteur.
„Also liebe Branche, lassen Sie uns gemeinsam etwas bewegen. Die Preise müssen um mindestens 20-30 Prozent steigen. Und die Löhne können dann entsprechend erhöht werden”, fordert Jens-Ole Larsen.
Werden die Löhne erst nach einer Preiserhöhung der Dienstleistung bzw. Waren steigen, wie der dänische Spediteur berichtet? Und wird das wirklich den Fahrermangel beheben?
Ich glaube, die Firmenadministration sollte mal mit den Fahrern (und anders herum auch) für eine Woche die Arbeitsplätze tauschen. Dann sehen beide Parteien wir schwer die Arbeit auf dem "Bock" ist, aber wie schwer es aber auch ist gute und auskömmliche Preise zu erzielen. Nach einer Woche will glaube ich jeder wieder auf seinen angestammten Arbeitsplatz zurück.
Früher war alles gut, heute ist alles besser. Es wäre besser, wenn wieder alles gut wär. -Heinz Erhardt-
Intern habe ich schon einiges zu dem Thema geschrieben. Und mich im Sommer auch schon persönlich mit einem verantwortlichen Politiker ausgetauscht.
Es glaubt mir immer noch keiner: selbst wenn ein TU 30 € Stundenlohn brutto bezahlen würde, erhält er nicht die Kraftfahrer, die man vor allem im Nicht-Standardgeschäft benötigt. Die heutigen (potentiellen) jungen Fahrer stellen Work-Life-Balance über alles - und da passt der Beruf meist nicht ins (Beute)schema. Die Märkte in Europa sind 'abgegrast' - also muss noch weiter nach Osten gesucht werden. Kann nicht gut für das Business und die Qualität sein. Andere Dienstleister (z.B. Handwerker) haben dieselben Probleme und mit denen konkurriert der TU um den Nachwuchs. Dort sind solche Löhne für Spezialisten mittlerweile in Sichtweite. Facharbeiter liegen dort zwischen 20-25 €/Std. mit steigender Tendenz. Im übrigen streiken ab Montag zu Schulbeginn in BaWü die (Schul)Busfahrer der privaten Omnibusunternehmen - wollen mind. 10% mehr Geld, was man so hinter den Kulissen hört.
Die Politik stellt aktuell die Weichen dafür, dass vermehrt Menschen aus dem Niedriglohnsektor und mit niedrigerer Bildung freiwillig in die sozialen Systeme 'abwandern', weil sich Leistung nicht mehr lohnt. Eigentlich unfassbar. Gleichzeitig der Anreiz für meist niedrigqualifizierte (Wirtschafts)Migranten, nach D zu kommen - nur können sie hier die Lücken auf dem Arbeitsmarkt nicht schließen. Eine gesellschaftspolitisch tickende Bombe.
Die Preise müssen in D in den nächsten 3-5 Jahren gestaffelt um mind. 50% nach oben, wenn dazu die alternativen Technologien vermehrt eingesetzt werden sollen und gleichzeitig die Dieselpreise weit über 2 € pro Liter steigen.. Dazu verbindliche Frachten im Nah- und Fernverkehr - also Rückkehr zu den alten Zeiten. Abschaffung der Kabotage innerhalb von 1-2 Jahren. (Wieder)Einführung von nationalen Kontingenten im Nah- und Fernverkehr Übernahme des bereits aus dem Baugewerbe bekannten Verbots der Subunternehmerkette mit angemieteten MA aus Billiglohnländern MASSIVE Erhöhung des Kontrolldrucks - kurzfristig!
Die Liberalisierung hat funktioniert, solange man sich im Ausland günstig bedienen konnte. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, dass dieses Modell EU-weit scheitert.
Neue Arbeitszeitmodelle für Fahrer - weg von den gleitenden und meist nicht planbaren Arbeitszeiten zum Feierabend.
Alles andere wird den Untergang des westeuropäischen Transportgewerbes rapide beschleunigen und vor allem Lieferketten und die Versorgung von Industrie und Konsumenten kurzfristig gefährden.